Hilfe! Mein Nachbar macht in meinen Garten
Wenn man sagt, dass man Privatdetektiv ist, dann kommen den meisten Menschen solche Gedanken in den Kopf geschossen: Man sitzt in einem miefigen Büro, raucht und grübelt über diverse Verstrickungen – ganz im Stile der 30er Jahre, und dann auch noch schwarz-weiss selbstverständlich.
Man könnte ja mit dieser Krimi-Roman-haften Vorstellung umgehen und sich geehrt fühlen, aber wenn man weiss, dass man solche Anrufe bekommt, wie im folgenden beschrieben, dann überdenkt man seinen Beruf, schüttelt den Kopf und wundert sich über das Ansehen der Detektive.
Es ging um einen Auftrag in München. Scheinbar ein kleiner Vorort in dem sich jeder natürlich per Vorname kennt. Natürlich sind gerade solche kleinen Orte ein zentraler Herd für Nachbarschaftsstreitigkeiten. Ich bekam vor zwei Tagen abends gegen 21 Uhr einen Anruf. Ein Mann, ungefähr 30 mit einem typischen Dialekt, wie er nur aus München stammen kann.
Er erzählte mir von seinem Nachbarn: früher mal beste Freunde, bis mein Anrufer dann eine Affäre mit der Frau des Nachbarn anfing. Seit dem ist nicht nur die Freundschaft dahin, sondern auch noch das angenehme Nachbarschaftsklima.
Wer denkt, ein betrogener Mann aus München kann nicht zu drastischen Maßnahmen greifen, der irrt. Denn dem Betrogenen fiel scheinbar nichts Besseres ein, als ab jetzt jeden Morgen sein großes Geschäft im Garten des ehemaligen Freundes zu machen. Mein Anrufer ging zunächst davon aus, dass es ein Hund aus der Nachbarschaft sei und bat alle umliegenden Hundebesitzer doch bitte darauf zu achten, dass sein Garten nicht als Hundetoilette benutzt werden soll.
Als es dann immer noch nicht aufhörte, stand er morgen um 3 Uhr auf und schaute aus seinem Küchenfenster. Nach drei Stunden, einem wundervollen Sonnenaufgang in München und vielen Menschen, die zur arbeiten wollten, beobachtet er nun, wie sein ehemaliger Freund das Haus verließ. Aber nicht um zur Arbeit zu gehen, nein, um in den Garten meines Anrufers zu gehen, die Hose runter zu lassen um dort sein morgendliches Geschäft zu hinterlassen.
Meine Aufgabe: ich sollte dem Täter die Tat nachweisen. Keine Angelegenheit für mich. Ich verwies ihn an einen Kollegen in München, der technisch besser ausgestattet ist, um solche Fälle zu beobachten.
