Sicherheitsdienst – JA, aber…

Wenn an diesem Wochenende die NATO in Kehl und Baden-Baden zu Ihrem Gipfel zusammenkommt, bringt das ein wie immer umfangreiches Polizeiaufgebot mit sich. Fast 15 000 Polizisten sollen für die Sicherheit sorgen – und werden sich geschätzten gut 20 000 Demonstranten gegenüberstehen. Unter den Polizisten werden sich auch rund 100 aus dem Landkreis Göppingen bei Stuttgart befinden. Werden die Polizisten aus Göppingen im Pulk der Ordnungshüter beim Nato-Gipfel in der Masse untergehen, sind sie in der Heimat dieser Tage ein großer Verlust. Durch das Fehlen der 100 Einsatzkräfte müssen fünf ländliche Polizeireviere sogar komplett geschlossen werden für einige Tage! Was für die Polizei in und um Göppingen kein Problem ist, sorgt hingegen offenbar in Teilen der Bevölkerung für teilweise Unmut, wenn auch in sehr kleinem Rahmen.

So schlug ein Einwohner einer der Gemeinden rund um Göppingen, die für mehrere Tage ohne Polizeirevier auskommen müssen, sogar vor, man müsse in dieser Zeit nachts einen Sicherheitsdienst einer Detektei engagieren, um für Ordnung zu sorgen. Nun, was auf den ersten Blick total abwegig klingt, bleibt es auch bei einer Detailbetrachtung. Natürlich verfügen Detekteien über hervorragend ausgebildetes Sicherheitspersonal, das Bestens für den Personen-, Objekt- und Veranstaltungsschutz ausgebildet ist. Natürlich könnte Objekte und Personen bestens geschützt werden. Natürlich würden sich die Bewohner in der Region rund um Göppingen sicherer fühlen, wenn ein Sicherheitsdienst oder eine Detektei 24 Stunden rund um die Uhr in den Gemeinden vorhanden wäre.

Aber eine Detektei als Bewachungs-Ersatz für die Polizei, so wie es der Einwohner im Landkreis Göppingen vorgeschlagen hat, scheitert trotz eines perfekt ausgestatteten Personals an einem anderen wichtigen Punkt. Sicherheitsdienste verfügen - wie jeder normale Bürger auch – lediglich über das sogenannte Jedermannsrecht wie beispielsweise Notwehr oder Nothilfe. Dies bedeutet, dass die Detektei-Mitarbeiter im Ernstfall genauso viele oder besser gesagt wenige Recht hätte wie jeder Normalbürger. Da es sich aber bei den genannten Orten eher um friedliche Oasen rund um Göppingen handelt, wird es hier ohne Polizei weit ruhiger und friedlicher zugehen als in Kehl und Baden-Baden mit 15 000 Polizisten!

Autor: admin
Datum: Mittwoch, 1. April 2009 8:31
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